Samstag, 4. April 2015

Jetzt ist die Zeit der Trauer



Wir haben gestern in das Auge des Grauens geschaut.
Wir haben uns gestellt, haben gesehen, gehört, waren schockiert, obwohl wir die Geschichte schon kannten.
Vielleicht haben wir uns auch gegruselt oder sogar gefürchtet.
Haben uns gefragt, wie wir uns in der Situation der Jünger reagiert hätten: Wären wir geblieben? Wären wir geflohen? Hätten wir uns hinter verschlossenen Türen versteckt? Wie wäre es um unsere Angst bestellt gewesen?

Und bei den Gräueln in aller Welt stellten wir uns vielleicht die Frage: Musste das sein? Wie können Menschen so etwas tun?
Wie kann Gott das zulassen?

Gott hat den Menschen als ein Wesen geschaffen, das mit Vernunft und eigenem Willen begabt ist – das beinhaltet auch, dass Menschen Entscheidungen treffen, die uns zuwider laufen, Anderen schaden, sie manchmal auch töten.

Das ist ein Drama.

Aber das Drama von gestern ist nun vorbei.

Der Leichnam ist begraben.
Das Grab ist verschlossen.
Sogar die Kirchenglocken schweigen.

Jetzt ist die Zeit der Trauer, und das ist völlig in Ordnung.
Verlust muss betrauert und verarbeitet werden, und das braucht Zeit und Raum.
Fahr einen Gang zurück, nimm dir Zeit, gib dir Raum.
Nimm Abschied.

Jetzt ist die Zeit der Trauer.


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